Betriebskonzept

zur Führung einer Kindertagesstätte für Kinder von 3 Monaten bis zum Schulalter in Engelberg

1. Ausgangslage

1.1 Gesellschaftliche Entwicklung

Die Familie als Lebensform hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte gewandelt: Heirat und Geburt der Kinder werden in spätere Lebensabschnitte verschoben, Familien werden immer kleiner, eine bedeutende Zahl der Kinder lebt entweder bei geschiedenen Elternteilen, in Einelternhaushalten oder in Fortsetzungsfamilien. Familienwerte sind unverändert hoch im Kurs, aber die Institution Familie befindet sich im Wandel.

(Erwerbstätige) Frauen sind dem Konflikt zwischen beruflicher und häuslicher Tätigkeit stärker ausgesetzt als Männer. Die Aufgaben im Haushalt und bei der Kinderbetreuung sind in den meisten Partnerschaften ungleich verteilt. Arbeit und Familie zu vereinbaren, gestaltet sich schwierig. Wegen dieses sich verändernden Umfelds sind familienergänzende Kinderbetreuungsplätze wichtig. Seit dem Jahr 2011 hat sich auch die Schule in Engelberg gewandelt. Vierjährige haben die Möglichkeit, an vier Halbtagen den Kleinkindergarten zu besuchen. Die "KiTa Engelberg" orientiert sich auch an Eltern, die Ihre Kinder auf den Kindergarten vorbereiten möchten, damit dem Kind der Start leichter fällt. Für deren Eltern entstehen wertvolle Zeitfenster, die sie individuell nutzen können.

Von familienergänzender Kinderbetreuung können viele Bereiche profitieren: Die Kinder, die Mütter und die Väter, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Dabei soll auch an dieser Stelle auf den volkswirtschaftlichen Nutzen solcher Institutionen hingewiesen werden. Können beide Elternteile dank des Betreuungsangebots der KiTa einem Erwerb nachgehen, fliesst dem Staat ein höherer Steuerertrag zu.

Die familienergänzende Betreuung bietet in mancherlei Hinsicht Chancen für die Kinder: Sie fördert die Integration und die soziale Verankerung insbesondere für Kinder aus Kleinfamilien oder aus belasteten Familien. Sie ermöglicht aber auch präventive Massnahmen oder allenfalls eine Früher- kennung bei auffälligen Kindern. Die Inanspruchnahme von familienergänzender Betreuung darf also nicht als notwendiges Übel im Zusammenhang mit einer freiwilligen oder wirtschaftlich erforderlichen Berufstätigkeit von Müttern und Vätern angesehen werden.
Familienergänzende respektive ausserschulische Betreuung soll als eine Verbundaufgabe von Eltern, Staat, Gemeinde und Wirtschaft verstanden werden. Auch eine Gemeinde sollte neben den anderen Partnern sowohl Interesse zeigen als auch Mitverantwortung für diese Aufgabe tragen.

1.2 Perspektive der Kinder

Kinder brauchen aufgrund einer sich stark verändernden Umwelt heute in zunehmendem Masse ausserhalb ihrer Familie weitere und andere Erfahrungen, mit andern Kindern, mit andern Erwachsenen, in und mit der Natur. Sie brauchen Raum für kindgerechte Spiele, Möglichkeiten zum Ausprobieren, Bewegungsspielraum. Familienexterne Kinderbetreuung ist daher kein Familienersatz, sondern hat eigene ergänzende Aufgaben. Sie stellt keine Notlösung dar, sondern hat durch die Gruppenerfahrung positive Auswirkungen auf das Sozialverhalten und fördert die Selbstständigkeit.

1.3 Entstehung

Fünf Jahre lang bestand in Engelberg ein privater Kinderhort mit Namen "Sunnäschyn“, in dem Kinder von 0 Jahren bis zum Kindergartenalter stunden- bis tageweise in familiärem Rahmen betreut wurden. Im Jahre 2001 wurde dann die "Chinderchrippe Sunnäschyn" gegründet, welche eine Tages- und Halbtageskrippe sowie Betreuung vor und nach der Schule und einen Mittagstisch anbot. Ebenfalls seit 1997 bestand in Engelberg auch ein Kleinkindergarten "Rägäbogä-Höis“, welcher Kinder von 2 Jahren bis Kindergartenalter während der Schulzeit betreute. Auch eine Waldspielgruppe wurde gegründet. Seit dem 1. August 2012 sind diese beiden Vereine fusioniert und es entstand der Verein "KiTa Engelberg“. Die "KiTa Engelberg" möchte an einem Ort familienergänzende Kinderbetreuung mit verschiedenen Angeboten anbieten.

2. Ziele

2.1 Allgemeine Ziele der "KiTa Engelberg“

  • Die Betreuung der Kinder soll Eltern, egal aus welchen Gründen ermöglichen, einer geregelten Erwerbstätigkeit oder Freizeit nachzugehen.
  • Die "KiTa Engelberg“ soll die Erziehungsarbeit der Eltern sinnvoll ergänzen, nicht ersetzen. Die Erziehungsverantwortung obliegt den Eltern.
  • Wir garantieren eine regelmässige Betreuung durch ausgebildete Kleinkinderzieherinnen oder Personen mit ähnlicher fachlicher Qualifikation nach pädagogischem Konzept.
  • Die "KiTa Engelberg" soll allen Kindern offen stehen, egal welcher Herkunft, Konfession oder politischer Gesinnung der Eltern.
  • Wir bemühen uns um die Integration von Kindern mit geistiger oder körperlicher Behinderung.

2.2 Ziele der Arbeit mit den Kindern

In einer familiären Atmosphäre des Vertrauens, der Geborgenheit und der Partnerschaft sollen die Kinder ihrem Alter und ihrer Persönlichkeit entsprechend betreut und gefördert werden. Sie sollen durch Beobachtung, Anleitung und vielfältige Erfahrungen in persönlicher, sozial-emotionaler und gesundheitlicher Hinsicht gestärkt und gefördert werden.

Die Kinder sollen

  • sich wohl und ernst genommen fühlen und Geborgenheit erfahren
  • sich und ihre Fähigkeiten entwicklungsgemäss realistisch einschätzen lernen
  • Selbstvertrauen aufbauen können
  • das Leben positiv erfahren
  • die Umwelt durch Erlebnisse wahrnehmen (anstelle des Konsumierens aus zweiter Hand) - sich selber, andere und die Umwelt annehmen und begreifen können
  • Konfliktfähigkeit entwickeln
  • sich in einer Gruppe integrieren können (eigene und fremde Bedürfnisse ausgleichen)

2.3 Ziele der Arbeit mit den Eltern

  • Pädagogische Absichten beider Seiten (Elternhaus und KiTa) sollen transparent aufeinander abgestimmt sind. Eltern und Gruppenleiterin bilden ein Team, das sich mit der Erziehung der Kinder kooperativ befasst.
  • Eltern sollen durch unsere Arbeit gestärkt werden.
  • Eine länger andauernde Zusammenarbeit soll möglich sein.

Die Grundlage für die Erreichung der obenerwähnten Ziele bildet das Pädagogische Konzept.

3. Organisation

Der Verein "KiTa Engelberg“ übernimmt als Träger die Verantwortung und die Kontrolle des Betriebes.

Der Vorstand vertritt den Verein nach aussen, erledigt alle erforderlichen Geschäfte und vollzieht die Beschlüsse der Mitgliederversammlung.

Der Vorstand ist für die Anstellung des Personals und die Organisation der "KiTa Engelberg "zuständig.

Periodisch, spätestens jedoch alle vier Jahre, sollen das Betriebskonzept, Bestimmungen und das Pädagogische Konzept auf ihre Tauglichkeit und Aktualität überprüft werden.

4. Finanzierung

  1. a)  Einnahmen aus Dienstleistungen

  2. b)  Mitgliederbeiträge

  3. c)  Sponsoren- und Gönnerbeiträge

  4. d)  Spenden und Zuwendungen

  5. e)  Erträge aus Aktionen

  6. f)  Subventionen aus der öffentlichen Hand

Den wesentlichen Teil der Kosten tragen die Eltern mit ihren Beiträgen. Wir sind bestrebt die Tarife so niedrig wie möglich zu halten, sodass möglichst viele Familien von unserem Angebot profitieren können. In Ausnahmefällen entscheidet der Vorstand über die Gewährung von Sozialtarifen an Familien mit sehr engen finanziellen Verhältnissen. 



Download Betriebskonzept der KiTa Engelberg (pdf)